|
Der orginelle Name, der eher zufällig aus einer Augenblickslaune entstanden ist, zergeht buchstäblich auf der Zunge. Und Blockflötenspieler, sogar schon die Allerjüngsten, wissen auch, dass man eben nur mit der Artikulationssilte "dü" einer Blockflöte einen schönen, kultivierten Ton entlocken kann Kennen gelernt haben sich drei der vier Musiker des Ensembles bereits während ihrer gemeinsamen Studienzeit an der Stuttgarter Musikhochschule. Achim Danneckern, Susanne Godel und Katrin Vincon waren ein bestens aufeinander eingespieltes Trio. Als vor etwa einem Jahr noch Wiltrud Trumpp, die an der Mannheimer Musikhochschule studiert hat, dazustieß, war das fetzige Quartett komplett. Für "Von Dü" eröffneten sich damit ganz neue musikalische Möglichkeiten. Denn für vier Blockflöten gibt es inzwischen eine Fülle an Literatur, ganz alte Werke ebenso wie moderne Kompositionen. Das erste Werk des Abends, Joseph Bodin de Boismortier Concerto c-Moll, ist von den Flötenspezialisten für vier gleiche - also auch gleich große - Blockflöten komponiert worden. Der Barockkomponist kannte die Möglichkeiten "seines" Instrumentes genau. Die vier Musiker eröffneten dem Zuhörer ein großes klangliches Spektrum von strahlender Höhe bis zu satten, warmen Farben in der Tiefe, das etwa Konzerten für Streichorchester aus dieser Zeit in nichts nachsteht. Die beiden schnellen Sätze spielte das Quartett mit kurzer, federnder Artikulation und machte den Klang im langsamen Satz durch genauc dosierte an - und abschwellende Töne deutlich. Große und kleine Zuhörer in der alten Dorfkirche waren gefesselt von der lebendigen Art des Musizierens und lauschte den qualitätsvoll vorgetragenen Programmpunkten mit voller Konzentration. Georg Phillip Telemanns Konzert a-Moll ist eigentlich für zwei Flötenstimmen und zwei Violinen geschrieben, liegt aber inzwischen auch in einer Bearbeitung für ein Blockflötenquartett vor. Die technischen Anforderungen udn die Kompositionsweise ähneln damit denen von Boismortier. Mit Tänzen aus der Renaissance entführte "Von Dü" das Publikum in ferne Zeiten höfischen Musizierens, in denen oft hohe und tiefe Instrumente abwechselnd und echoartig eingesetzt wurden. Dabei kamen auch der knapp eineinhalb Meter lange Großbass und der imposante, beinahe zwei Meter große Subbass zum Einsatz, die nich tnur echte Hingucker sind, sondern auch im Klang an Orgelpfeifen erinnern. Bei einer Canzone des italienischen Renaissancekomponisten Trabaci erklangen dagegen nur die tiefen Flöten und schufen eine dunkle, fast geheimnisvolle Stimmung. Zeitgenössische Komponisten, von denen inzwischen viele speziell für Blockflöten schreiben, stellen an die Musiker ganz andere technische Anforderungen als ihre Kollegen füherer Jahrhunderte. Da reicht ein einfaches Zungen-"dü" nicht mehr aus. Vielmehr ist Zungenakrobatik wie Flatterzunge - etwa wie ein "drrrrrrrr" oder ein gespucktes, hartes "t" gefragt, abwechselnd mit Sprechen oder Klatschen. Das Quartett hatte mit Paul Leenhouts "Tango für Elise" udn Bob Carletons "Ja-Da" Kabinettstückchen aus diesem Bereich ausgewählt. Am anspruchvollsten war aber Matthias Maute "Indian Summer", in dem die Musiker in brillianter Manier wehmütiger indianischer Melodien mit archaischen Klatschrhythmen und didgeridoo-artigen Klängen kombinierten. Info: Das nächste Konzert des Quartetts "Von Dü" ist am Samstag, 29. April, in Leonberg. |